Was ist ein Ex-Thermostat?

Ein Ex-Thermostat ist ein speziell für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen entwickeltes Temperaturregelgerät. Es steuert Heizungen, Lüfter oder andere temperaturabhängige Komponenten zuverlässig. Eingesetzt wird es überall dort, wo elektrische Komponenten in ATEX- oder IECEx-Zonen betrieben werden und eine sichere, kontrollierte Temperaturführung erforderlich ist.

Ob zur Kondensatvermeidung oder als Bestandteil einer Begleitheizung in der Chemieindustrie: Ein Ex-Thermostat trägt dazu bei, Prozesse zu stabilisieren und Anlagen auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig zu schützen – stets unter Einhaltung der geltenden ATEX- und IECEx-Anforderungen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Thermostaten erfüllen Ex-Thermostate besondere konstruktive, elektrische und normative Vorgaben. Dadurch wird sichergestellt, dass selbst im Fehlerfall keine unzulässig hohen Oberflächentemperaturen, Funken oder Lichtbögen entstehen.

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Wichtige Anforderungen an ein Ex-Thermostat

Damit eine Temperaturregelung in Ex-Zonen (Gas oder Staub) höchste Sicherheitsstandards erfüllt, müssen folgende technische Kriterien beachtet werden:

  • Ex-Zonen & Gruppen 
    Zertifizierung für die spezifische Zone (z. B. Zone 1/2 für Gase; Zone 21/22 für Stäube).
     
  • Temperaturklasse 
    Die max. Oberflächentemperatur (z. B. T6) muss zwingend unter der Zündtemperatur des umgebenden Mediums liegen.
     
  • Schutzart (IP) & Gehäuse 
    Robuste Gehäuse (Edelstahl/Aluminium) mit hoher Schutzart (z. B. IP66) für korrosive Umgebungen.
     
  • Schaltleistung 
    Die elektrische Last muss zur maximalen Schaltleistung passen, um sicheres Schalten zu garantieren.
     
  • Zertifizierung 
    Gültige ATEX- (Europa) oder IECEx-Zertifikate (International) sind für den Betrieb verpflichtend.

Regelungsvarianten: Inline-Thermostat vs. Externer Regler

In der industriellen Praxis entscheidet die Komplexität der Anlage über die Bauform des Reglers:

1. Thermostat im Kabel (Inline)

Hier ist ein fest eingestellter Temperaturschalter direkt in das Anschlusskabel der Ex-Heizung für Schaltschränke integriert.

  • Vorteile: Minimaler Verdrahtungsaufwand, sehr kompakte Bauweise, geringe Anschaffungskosten.
  • Nachteile: Starre Platzierung des Sensors; bei Defekt ist meist der Austausch der gesamten Heizeinheit nötig.
  • Ideal für: Einfache Frostschutz-Anwendungen in kleinen Klemmenkästen oder kompakten Schutzgehäusen.

2. Externes Thermostat mit Anschlussdose

Ein separates Gerät, das flexibel im Gehäuse oder direkt am Prozesspunkt (z. B. Analysenleitung) montiert wird.

  • Vorteile: Höchste Messgenauigkeit am optimalen Referenzpunkt; wartungsfreundlich durch separat austauschbare Komponenten.
  • Nachteile: Höherer Installations- und Verkabelungsaufwand.
  • Ideal für: Komplexe Probenahmekästen, Analysenschränke und prozesskritische Temperaturüberwachungen.

Steuerungsstrategien Ex-Thermostate: Festeingestellt oder Stufenlos regelbar?

  • Festeingestellte Ex-Thermostate: 
    Diese Regler sind werksseitig auf einen festen Wert (z. B. +10 °C) kalibriert. Sie sind manipulationssicher und die erste Wahl für den standardisierten Frostschutz oder die Kondensatvermeidung in automatisierten Anlagen.
     
  • Stufenlos einstellbare Ex-Regler: 
    Sie bieten maximale Flexibilität für wechselnde Prozessanforderungen (z. B. Einstellbereich +5 °C bis +80 °C). Ideal für mobile Analyseneinheiten oder chemische Versuchsaufbauten, die variable Temperaturbereiche erfordern.

Verwandte Begriffe aus der SCHRAMMpedia:

Ex-geschützte Heizung      Selbstlimitierende Heizung

Häufig gestellte Fragen zu Ex-Thermostat:

In welchen Ex-Zonen dürfen Ex-Thermostate verwendet werden?

Ex-Thermostate können je nach Zertifizierung in Gas- und Staub-Ex-Zonen eingesetzt werden, etwa in Zone 1 und 2 oder Zone 21 und 22. Entscheidend sind die jeweilige ATEX- oder IECEx-Zulassung sowie die angegebene Gerätekategorie.

Warum sind Ex-Thermostate sicherer als herkömmliche Thermostate?

Ex-Thermostate sind so konstruiert, dass sie auch im Fehlerfall keine Funken, Lichtbögen oder unzulässig hohen Oberflächentemperaturen erzeugen. Dadurch erfüllen sie zentrale Anforderungen des Explosionsschutzes, die Standardthermostate nicht abdecken.

Wann ist ein externes Ex-Thermostat sinnvoller als ein integriertes Thermostat?

Ein externes Ex-Thermostat ist sinnvoll, wenn eine präzise Temperaturüberwachung, flexible Sensorplatzierung oder erhöhte Prozesssicherheit erforderlich ist. Besonders in explosionsgefährdeten Bereichen bietet diese Lösung mehr Kontrolle und Wartungsfreundlichkeit.

Welche Rolle spielt die Temperaturklasse bei Ex-Thermostaten?

Die Temperaturklasse legt die maximal zulässige Oberflächentemperatur des Ex-Thermostats fest. Sie muss immer unterhalb der Zündtemperatur des vorhandenen Mediums liegen, um eine Explosion zuverlässig zu verhindern.

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