Was ist eine Ex-geschützte Heizung?

Ex-Heizungen – explosionsgeschützte Heizgeräte – sind spezialisierte elektrische Wärmesysteme für den Einsatz in sicherheitskritischen Umgebungen. Die Abkürzung „Ex“ steht international für Explosionsschutz nach den geltenden ATEX-Richtlinien oder IECEx-Standards.

Warum benötigt man Ex-Heizungen?

In vielen Industriezweigen entstehen durch Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube explosionsfähige Atmosphären. In diesen Bereichen darf keine herkömmliche elektrische Ausrüstung verwendet werden, da bereits kleinste Funken oder zu hohe Oberflächentemperaturen eine Explosion auslösen könnten. Ex-Heizungen sind so konstruiert, dass sie selbst unter extremen Bedingungen keine Zündquelle darstellen.

Ex-Heizungen erfüllen in technischen Anlagen drei wesentliche Aufgaben zur Sicherung der Prozessabläufe:

  • Frostschutz: Sie verhindern zuverlässig das Einfrieren von Flüssigkeiten in Tanks oder Rohrleitungen.
  • Temperierung: Stoffe werden für eine optimale Verarbeitung auf einer exakt definierten Temperatur gehalten.
  • Kondensatvermeidung: In Steuerkästen und Schaltschränken wird die Bildung von Feuchtigkeit unterbunden, um die Elektronik zu schützen.

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Typische Einsatzbereiche von Ex-Heizungen

Die Geräte finden sich überall dort, wo mit brennbaren Stoffen gearbeitet wird:

  • Chemische Industrie und Raffinerien
  • Öl- und Gasindustrie
  • Farben- und Lackproduktion
  • Biogasanlagen
  • Mühlen (z. B. Getreidemühlen mit Staubexplosionsgefahr)
  • Tanklager oder Förderanlagen mit brennbaren Stoffen

Worauf muss man bei der Auswahl einer Ex-Heizung in der Praxis achten?

Bei der Auswahl der passenden Ex-Heizung müssen folgende technische Faktoren berücksichtigt werden:

  • Ex-Zone: Festlegung, ob das Gerät für Zone 1, 2 (Gas) oder 21, 22 (Staub) zertifiziert sein muss.
  • Temperaturklasse: Die maximale Oberflächentemperatur (z. B. T3, T4) muss unter der Zündtemperatur des Umgebungsgases liegen.
  • Bauart: Wahl zwischen Ex-Rippenheizkörpern (hohe Konvektion) oder Ex-Heizplatten (kompakt/strahlend) je nach Platzbedarf.
  • Regelung: Einsatz von selbstlimitierenden Heizungen (PTC) oder externen Ex-Thermostaten zur präzisen Steuerung.

Sicherheitsmerkmale und Zertifizierung von Ex-Heizungen

Jede Ex-Heizung muss strengen Prüfungen unterzogen werden. Die Auswahl erfolgt strikt nach der vorliegenden Ex-Zone (z. B. Zone 1, 2 oder 21, 22) sowie der erforderlichen Temperaturklasse. Letztere stellt sicher, dass die maximale Oberflächentemperatur des Heizgeräts stets unter der Zündtemperatur des Umgebungsgases bleibt.

Verwandte Begriffe aus der SCHRAMMpedia:

Outdoorschaltschränke      Selbstlimitierende Heizung

Häufig gestellte Fragen zu Ex-Heizung:

Warum dürfen herkömmliche Heizungen nicht in Ex-Bereichen eingesetzt werden?

In Ex-Bereichen reicht bereits eine kleine Zündquelle aus, um eine Explosion auszulösen. Normale Heizungen sind nicht für diese Risiken ausgelegt. Ex-Heizungen sind konstruktiv so abgesichert, dass selbst unter Störbedingungen keine Entzündung möglich ist.

In welchen Ex-Zonen dürfen Ex-Heizungen eingesetzt werden?

Ex-Heizungen werden entsprechend ihrer Bauart und Prüfung für bestimmte Ex-Zonen zugelassen. Zone 1 und 21 gelten als Bereiche mit erhöhter Explosionsgefahr, Zone 2 und 22 als Bereiche mit seltener auftretender Gefahr. Die Auswahl muss exakt zur Zoneneinstufung der Anlage passen.

In welchen Ex-Zonen dürfen Ex-Heizungen eingesetzt werden?

Ex-Heizungen werden entsprechend ihrer Bauart und Prüfung für bestimmte Ex-Zonen zugelassen. Zone 1 und 21 gelten als Bereiche mit erhöhter Explosionsgefahr, Zone 2 und 22 als Bereiche mit seltener auftretender Gefahr. Die Auswahl muss exakt zur Zoneneinstufung der Anlage passen.

Welche Aufgaben erfüllen Ex-Heizungen in Schaltschränken und Anlagen?

Ex-Heizungen schützen technische Anlagen vor Frostschäden, halten Medien auf einer definierten Temperatur und verhindern Kondensatbildung in Schaltschränken. Dadurch wird die Funktionsfähigkeit sensibler Elektronik langfristig gesichert.

Worauf muss man bei der Auswahl einer Ex-Heizung achten?

Die Auswahl einer Ex-Heizung richtet sich nach der Ex-Zone, der erforderlichen Temperaturklasse, dem verfügbaren Einbauraum sowie der Art der Temperaturregelung. Nur das Zusammenspiel aller Faktoren gewährleistet einen sicheren Betrieb.

Was ist der Unterschied zwischen ATEX und IECEx bei Ex-Heizungen?

  • ATEX ist die gesetzliche Explosionsschutz-Richtlinie innerhalb der Europäischen Union.
  • IECEx ist ein weltweit anerkanntes Zertifizierungssystem. 

Für den Betrieb in Europa ist ATEX  zwingend erforderlich. Bei internationalen Projekten werden häufig beide Standards kombiniert, um globale Konformität sicherzustellen.

Welche Bedeutung hat die Temperaturklasse (T1–T6) bei Ex-Heizungen?

Die Temperaturklasse legt fest, wie heiß eine Ex-Heizung maximal werden darf. Diese Temperatur muss immer unter der Zündtemperatur der vorhandenen Gase oder Stäube liegen. Eine Ex-Heizung der Klasse T4 erreicht beispielsweise höchstens 135 °C und darf nur dort eingesetzt werden, wo die Umgebung höhere Zündtemperaturen aufweist.

Was ist der Unterschied zwischen Ex-Rippenheizkörpern und Ex-Heizplatten?

  • Ex-Rippenheizkörper erwärmen durch Konvektion die Luft im gesamten Schaltschrank und eignen sich besonders für größere Gehäuse.
  • Ex-Heizplatten sind kompakt und ideal für kleinere Schaltschränke oder Analysengehäuse. Sie temperieren gezielt Montageflächen und verhindern Kondensatbildung durch Kontakt- und Strahlungswärme.

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